Ein wirksames Ressourcenmanagement beginnt mit belastbaren Daten: Welche Materialien, Energiemengen und Wassermengen werden eingesetzt, wo entstehen Abfälle und Emissionen und welche Prozesse verursachen relevante Umweltwirkungen? Das Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) bietet Organisationen einen strukturierten Rahmen, um solche Umweltaspekte zu erfassen, zu bewerten, Ziele festzulegen und die Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern.
EMAS ist dabei kein reines System zur Verbrauchserfassung. Es verbindet Umweltprüfung, Umweltmanagement, messbare Umweltziele, interne Audits, Managementbewertung und eine öffentlich zugängliche, durch einen Umweltgutachter validierte Umwelterklärung. Dadurch kann Ressourcenmanagement von einzelnen Effizienzmaßnahmen zu einem systematischen betrieblichen Prozess weiterentwickelt werden. Informationen des Umweltbundesamtes zu EMAS
Was Ressourcenmanagement im Rahmen von EMAS bedeutet
Ressourcenmanagement umfasst im betrieblichen Zusammenhang mehr als die Reduzierung des Energieverbrauchs. Relevant können unter anderem Rohstoffe, Hilfs- und Betriebsstoffe, Wasser, Energie, Flächen sowie die Vermeidung und Verwertung von Abfällen sein.
Welche Bereiche für einen konkreten Betrieb wesentlich sind, hängt von seinen Tätigkeiten, Produkten, Dienstleistungen, Standorten und Umweltwirkungen ab. Ein Produktionsunternehmen mit hohem Materialdurchsatz benötigt daher andere Kennzahlen als ein Bürostandort, ein Logistikunternehmen oder eine kommunale Einrichtung.
EMAS verlangt, Umweltaspekte systematisch zu ermitteln und ihre Bedeutung zu bewerten. Dabei werden nicht nur direkte Umweltaspekte am Standort betrachtet. Auch indirekte Aspekte, beispielsweise Beschaffung, Produkte, Dienstleistungen oder Teile der Lieferkette, können relevant sein. Umweltbundesamt zu den Anforderungen von EMAS
Damit entsteht eine wichtige Voraussetzung für ein zielgerichtetes Ressourcenmanagement: Maßnahmen werden nicht allein danach ausgewählt, ob sie auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen, sondern auf Grundlage der tatsächlich relevanten Umweltaspekte der Organisation.
Welche Ressourcenkennzahlen EMAS vorsieht
Die EMAS-Verordnung definiert Kernindikatoren für die Umweltleistung. Sie beziehen sich auf sechs zentrale Bereiche:
| Bereich | Typische Betrachtung im Ressourcenmanagement |
|---|---|
| Energie | Energieverbrauch und relevante Energiequellen |
| Material | Einsatz wichtiger Materialien und jährliche Materialströme |
| Wasser | Wasserverbrauch und gegebenenfalls relevante Wasserströme |
| Abfall | Abfallaufkommen einschließlich relevanter Abfallarten |
| Flächennutzung und Biodiversität | Nutzung von Flächen im Hinblick auf die biologische Vielfalt |
| Emissionen | Insbesondere Treibhausgas- und weitere relevante Luftemissionen |
Die EMAS-Regelungen verlangen dabei nicht lediglich absolute Zahlen. Umweltleistungsindikatoren sollen so gestaltet sein, dass sie die Umweltleistung nachvollziehbar abbilden und insbesondere Vergleiche über mehrere Jahre ermöglichen. Auch die Bezugsgröße eines Indikators ist deshalb relevant. EMAS-Verordnung bei EUR-Lex
Bei einem produzierenden Unternehmen kann beispielsweise der Materialeinsatz je Tonne verkaufsfähiges Produkt aussagekräftiger sein als der reine jährliche Materialverbrauch. Steigt die Produktion deutlich, kann der absolute Rohstoffverbrauch zunehmen, obwohl der Materialeinsatz je Produkteinheit sinkt.
Genau diese Unterscheidung ist für ein belastbares Ressourcenmanagement wichtig.
Ressourcenströme zunächst transparent machen
Bevor ein Unternehmen Maßnahmen beschließt, sollte es nachvollziehen können, wo Ressourcen tatsächlich eingesetzt und verloren werden.
Bei Materialien können beispielsweise Einkaufsmengen, Produktionsmengen, Ausschuss, Verschnitt, Nacharbeit, Nebenprodukte und Abfälle untersucht werden. Bei Energie können einzelne Anlagen, Prozesse oder Betriebszustände betrachtet werden. Beim Wasser können Entnahme, Nutzung, Kreislaufführung und Abwasserströme relevant sein.
Die erste Umweltprüfung im Rahmen von EMAS liefert dafür einen systematischen Ausgangspunkt. Ziel ist nicht, möglichst viele Kennzahlen zu produzieren, sondern die bedeutenden Umweltaspekte und ihre Zusammenhänge zu erkennen.
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass EMAS Umweltaspekte von Tätigkeiten, Produkten und Dienstleistungen in die betrieblichen Strukturen und Verfahren einbezieht. Daraus werden Ziele und Maßnahmen entwickelt. Weitere Informationen zu EMAS beim Umweltbundesamt
Für das Ressourcenmanagement bedeutet das beispielsweise, nicht lediglich festzustellen, dass ein Betrieb 500 Tonnen eines Rohstoffs pro Jahr einkauft. Entscheidend ist zusätzlich, welcher Anteil im Produkt verbleibt, welcher Anteil zu Ausschuss oder Abfall wird, welche Prozessschritte dafür verantwortlich sind und welche technischen oder organisatorischen Veränderungen möglich sind.
Von der Datenerhebung zur konkreten Maßnahme
Der Nutzen von Umweltkennzahlen entsteht erst, wenn aus ihnen Entscheidungen abgeleitet werden. EMAS verknüpft deshalb die Ermittlung der Umweltaspekte mit Umweltzielen und einem Umweltprogramm.
Ein praxisorientierter Ablauf kann folgendermaßen aussehen:
| Schritt | Aufgabe | Beispiel |
|---|---|---|
| Ausgangssituation erfassen | Mengen und Prozesse bestimmen | Materialeinkauf, Produktionsmenge und Ausschuss erfassen |
| Umweltaspekte bewerten | Wesentliche Auswirkungen bestimmen | Hoher Materialverlust in einem Fertigungsschritt |
| Kennzahl definieren | Entwicklung messbar machen | kg Ausschuss je Tonne Gutprodukt |
| Ziel festlegen | Konkrete Verbesserung definieren | Ausschuss innerhalb eines festgelegten Zeitraums reduzieren |
| Maßnahme bestimmen | Technische oder organisatorische Änderung planen | Prozessparameter verändern oder Zuschnitt optimieren |
| Verantwortlichkeit festlegen | Umsetzung organisatorisch absichern | Produktion und Qualitätsmanagement |
| Wirkung kontrollieren | Kennzahl erneut auswerten | Vergleich mit Ausgangswert |
| Vorgehen überprüfen | Ziel und Maßnahme bei Bedarf anpassen | Weitere Ursachenanalyse |
Dieser Kreislauf unterscheidet systematisches Ressourcenmanagement von einzelnen Einsparaktionen. Eine Maßnahme gilt nicht allein deshalb als erfolgreich, weil sie umgesetzt wurde. Entscheidend ist, ob sich die relevante Umweltleistung tatsächlich verändert.
Materialeffizienz als wichtiger Ansatzpunkt
Gerade in produzierenden Unternehmen kann der Materialeinsatz wirtschaftlich und ökologisch eine wichtige Rolle spielen. Das Umweltbundesamt nennt unter anderem die Verringerung von Ausschuss und Verschnitt, eine stärkere Kreislaufführung von Materialien sowie die systematische Messung des Materialverbrauchs als mögliche Ansätze zur Steigerung der Materialeffizienz. Publikation des Umweltbundesamtes zur Materialeffizienz
EMAS unterstützt diesen Ansatz durch die systematische Erfassung relevanter Materialströme. Die Kernindikatoren berücksichtigen beim Bereich Material den jährlichen Massenstrom wichtiger eingesetzter Materialien; Energieträger und Wasser werden über eigene Bereiche betrachtet.
Allerdings führt die Einführung von EMAS nicht automatisch zu einem niedrigeren Materialverbrauch. Erst die Bewertung der Daten und die Umsetzung geeigneter Maßnahmen können Veränderungen bewirken.
Vereinfachtes Beispiel aus einem Produktionsbetrieb
Angenommen, ein Unternehmen verarbeitet jährlich 500 Tonnen eines Ausgangsmaterials. Bei einem bestimmten Produktionsprozess entstehen zunächst 8 Prozent Ausschuss.
Das entspricht 40 Tonnen Material.
Nach einer Prozessanalyse werden Maschinenparameter angepasst, Mitarbeitende geschult und die Ursachen bestimmter Fehlproduktionen systematisch ausgewertet. Im folgenden Betrachtungszeitraum liegt der Ausschuss unter ansonsten vergleichbaren Bedingungen bei 6,5 Prozent.
Damit entstehen noch 32,5 Tonnen Ausschuss. Die Differenz beträgt 7,5 Tonnen.
Dieses vereinfachte Rechenbeispiel zeigt, warum relative Kennzahlen wichtig sind. Würde die Produktionsmenge im Folgejahr deutlich steigen, könnte der absolute Materialverbrauch trotz verbesserter Materialeffizienz ebenfalls steigen.
Ob die Reduzierung des Ausschusses gleichzeitig Kosten senkt und wie groß dieser Effekt ist, hängt unter anderem von Materialpreisen, Verwertungsmöglichkeiten, Prozesskosten, Qualitätsanforderungen und den Kosten der umgesetzten Maßnahme ab. Eine pauschale Wirtschaftlichkeitsaussage lässt sich daraus nicht ableiten.
Energie, Wasser und Abfall gemeinsam betrachten
Ressourcen sollten möglichst nicht vollständig isoliert voneinander optimiert werden. Eine Veränderung eines Produktionsprozesses kann mehrere Umweltaspekte gleichzeitig beeinflussen.
Ein neues Reinigungsverfahren könnte beispielsweise den Wasserverbrauch verringern, gleichzeitig aber mehr Energie oder andere Betriebsstoffe benötigen. Ein leichteres Material kann den Rohstoffbedarf reduzieren, unter Umständen jedoch andere Anforderungen an Herstellung oder Recycling stellen.
Deshalb sollte eine Verbesserung einzelner Kennzahlen nicht automatisch mit einer insgesamt besseren Umweltleistung gleichgesetzt werden.
Gerade beim betrieblichen Wassermanagement lohnt sich eine getrennte Betrachtung von Verbrauch, Qualität, Kreislaufführung und Abwasser. Vertiefende Informationen bietet der Beitrag Betriebswassermanagement für Ressourcennutzung.
Mitarbeitende in das Ressourcenmanagement einbeziehen
EMAS misst der Beteiligung der Beschäftigten eine wichtige Rolle bei. Das ist auch für das Ressourcenmanagement relevant, weil Ursachen für Materialverluste, unnötigen Energieverbrauch oder ineffiziente Abläufe häufig unmittelbar in den betrieblichen Prozessen sichtbar werden.
Beschäftigte aus Produktion, Instandhaltung, Einkauf, Logistik oder Qualitätsmanagement verfügen dabei über unterschiedliche Informationen. Werden diese Perspektiven zusammengeführt, lassen sich Ursachen häufig genauer beurteilen.
Schulungen sollten deshalb möglichst an den tatsächlichen Aufgaben ansetzen. Statt allgemeiner Appelle zum „ressourcenschonenden Verhalten“ sind konkrete Informationen hilfreicher: Welche Kennzahl soll verbessert werden? Welche Handlung beeinflusst sie? Wie werden Abweichungen gemeldet? Wer entscheidet über Verbesserungsvorschläge?
Mitarbeiterbeteiligung ersetzt dabei weder technische Analysen noch klare Verantwortlichkeiten. Sie ergänzt sie.
Monitoring und kontinuierliche Verbesserung
Ein wesentliches Merkmal von EMAS ist die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung. Dafür müssen Organisationen beurteilen können, ob ihre Maßnahmen tatsächlich die gewünschte Wirkung erzielen.
Kennzahlen sollten deshalb über längere Zeiträume nach einer konsistenten Methode erhoben werden. Veränderungen der Berechnungsmethode, der organisatorischen Systemgrenzen oder wesentliche Veränderungen der Produktion müssen berücksichtigt werden, damit Jahresvergleiche aussagekräftig bleiben.
Die EMAS-Verordnung verlangt, dass die verwendeten Umweltleistungsindikatoren eine genaue Bewertung ermöglichen, verständlich sind und einen Vergleich der Entwicklung über die Zeit unterstützen. Soweit Daten verfügbar sind, soll die Berichterstattung mehrere Jahre umfassen. EMAS-Verordnung bei EUR-Lex
Unternehmen sollten deshalb nicht ausschließlich auf jährliche Gesamtwerte schauen. Für relevante Prozesse können kürzere Auswertungsintervalle sinnvoll sein, damit ungewöhnliche Verbräuche oder Materialverluste früh erkannt werden.
Die Umwelterklärung schafft nachvollziehbare Transparenz
Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal von EMAS ist die Umwelterklärung. Darin veröffentlicht eine registrierte Organisation Informationen über ihre Umweltleistung, wesentliche Umweltaspekte, Ziele und Kennzahlen.
Die Angaben werden im Rahmen des EMAS-Verfahrens durch zugelassene beziehungsweise akkreditierte Umweltgutachter validiert. Dadurch unterscheidet sich die Umwelterklärung von freiwilligen Umweltinformationen, die Unternehmen ohne externe Validierung veröffentlichen. Umweltbundesamt zu EMAS
Für das Ressourcenmanagement entsteht dadurch ein zusätzlicher Nutzen: Ziele und Entwicklungen müssen nachvollziehbar dokumentiert werden. Gleichzeitig sollten Umweltkennzahlen sachlich interpretiert werden. Eine einzelne sinkende Verbrauchszahl erlaubt noch keine pauschale Aussage, ein Unternehmen oder Produkt sei insgesamt „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“.
EMAS und die Einhaltung von Umweltrecht
EMAS verbindet Umweltmanagement auch mit der systematischen Betrachtung einschlägiger Umweltvorschriften. Registrierte Organisationen müssen nachweisen, dass sie die für sie geltenden Umweltvorschriften kennen und einhalten. Informationen des Umweltbundesamtes zu EMAS und Umweltrecht
Daraus sollte jedoch nicht abgeleitet werden, dass die Einführung eines Managementsystems automatisch jede rechtliche Fragestellung löst. Welche Vorschriften gelten, hängt unter anderem von Anlagen, Stoffen, Tätigkeiten, Genehmigungen, Mengen und Standorten ab.
Ressourcenmanagement und Umwelt-Compliance überschneiden sich deshalb zwar an vielen Stellen, sind aber nicht identisch.
Die Informationen in diesem Beitrag dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine rechtliche Prüfung des Einzelfalls.
Branchenbezogene Referenzdokumente nutzen
Für verschiedene Wirtschaftsbereiche stellt die Europäische Kommission sogenannte Sectoral Reference Documents bereit. Sie enthalten branchenspezifische Beispiele guter Umweltmanagementpraxis, Umweltleistungsindikatoren und teilweise Benchmarks.
EMAS-Organisationen sollen die für sie einschlägigen Referenzdokumente bei der Weiterentwicklung ihres Umweltmanagementsystems berücksichtigen. Nicht jede dort beschriebene Maßnahme oder jeder Benchmark muss jedoch von jeder Organisation umgesetzt oder erreicht werden. Entscheidend ist die Relevanz für die konkrete Organisation. Sectoral Reference Documents der Europäischen Kommission
Für das Ressourcenmanagement können solche Referenzdokumente hilfreich sein, weil allgemeine Kennzahlen dadurch um branchenspezifische Bewertungsmaßstäbe ergänzt werden.
Wann EMAS das Ressourcenmanagement besonders unterstützt
EMAS ist insbesondere dort hilfreich, wo Ressourcenmanagement dauerhaft in die Unternehmenssteuerung integriert werden soll. Das System verbindet Daten, Verantwortlichkeiten, Ziele, Audits, Managementbewertung und externe Transparenz miteinander.
Ob sich daraus konkrete Kosteneinsparungen ergeben, muss für den jeweiligen Betrieb geprüft werden. Material-, Energie- oder Wasserreduzierungen können Kosten senken, gleichzeitig können für Messtechnik, Prozessumstellungen, Beratung, Personal oder technische Investitionen zusätzliche Aufwendungen entstehen.
Das Umweltbundesamt beschreibt Umweltmanagementsysteme als Instrument, mit dem sich Potenziale für Energie- und Materialeffizienz systematisch erschließen lassen. Gleichzeitig können Informationsdefizite sowie technische, personelle und wirtschaftliche Hemmnisse die Umsetzung von Ressourceneffizienzmaßnahmen erschweren.
Damit liegt die Stärke von EMAS weniger in einem garantierten Einspareffekt als in der systematischen Vorgehensweise: relevante Ressourcenströme erkennen, ihre Umweltwirkungen bewerten, überprüfbare Ziele setzen, Maßnahmen umsetzen und die tatsächliche Entwicklung anhand belastbarer Daten kontrollieren.
Häufige Fragen zum Ressourcenmanagement mit EMAS
Welche Ressourcen werden bei EMAS betrachtet?
EMAS betrachtet nicht nur einen einzelnen Ressourcentyp. Zu den Kernbereichen der Umweltleistungsindikatoren gehören Energie, Materialien, Wasser, Abfall, Flächennutzung im Zusammenhang mit Biodiversität und Emissionen. Welche Kennzahlen im einzelnen Betrieb besonders wichtig sind, ergibt sich aus der Bewertung seiner wesentlichen Umweltaspekte.
Garantiert EMAS niedrigere Betriebskosten?
Nein. EMAS kann dabei helfen, Verbräuche, Materialverluste und andere Verbesserungspotenziale systematisch sichtbar zu machen. Ob eine Maßnahme wirtschaftlich ist, hängt jedoch von den konkreten Prozessen, Preisen, Investitionen und Einsparungen ab. Eine EMAS-Registrierung allein garantiert keine Kostensenkung.
Muss jedes Unternehmen dieselben EMAS-Kennzahlen verwenden?
Die EMAS-Verordnung definiert Kernbereiche der Umweltleistung. Gleichzeitig ist die Bedeutung einzelner Indikatoren im Zusammenhang mit den wesentlichen Umweltaspekten der Organisation zu beurteilen. Darüber hinaus können branchenspezifische oder betriebsindividuelle Kennzahlen erforderlich sein.
Warum sind relative Kennzahlen beim Ressourcenmanagement wichtig?
Absolute Verbrauchswerte können durch Produktionsmengen, Auslastung oder strukturelle Veränderungen beeinflusst werden. Eine Kennzahl wie Kilogramm Materialeinsatz pro Tonne Gutprodukt kann deshalb zusätzliche Informationen über die tatsächliche Materialeffizienz liefern. Bei der Bewertung sollten absolute und relative Größen gemeinsam betrachtet werden.
Gehört die Lieferkette zum Ressourcenmanagement nach EMAS?
EMAS betrachtet neben direkten auch indirekte Umweltaspekte. Dazu können beispielsweise Beschaffung, Produkte, Dienstleistungen und Aspekte der Lieferkette gehören. Welche davon wesentlich sind, muss die jeweilige Organisation anhand ihrer konkreten Tätigkeiten und Einflussmöglichkeiten bewerten.
Ist EMAS dasselbe wie ISO 14001?
Nein. Die Anforderungen der ISO 14001 sind Bestandteil des EMAS-Umweltmanagementsystems, EMAS enthält jedoch zusätzliche Anforderungen. Dazu gehören insbesondere der Nachweis der Rechtskonformität, die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung und die veröffentlichte, validierte Umwelterklärung.
Weitere Grundlagen zum Begriff finden sich in der EMAS-Abkürzungserklärung von Umweltcluster NRW.
Quellen und weiterführende Informationen
- Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt: EMAS User’s Guide, Veröffentlichung 2023.
- EUR-Lex: Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 über EMAS, konsolidierte Fassung.
- Europäische Kommission: EMAS Sectoral Reference Documents mit Umweltmanagementpraktiken, Indikatoren und Benchmarks.
- Umweltbundesamt: EMAS – Umweltmanagement-Gütesiegel der Europäischen Union.
- Umweltbundesamt: Umwelt- und Energiemanagementsysteme.
- Umweltbundesamt: Handlungsfelder zur Steigerung der Ressourceneffizienz.
Der Umweltcluster NRW unterstützt Unternehmen bei der Einführung des Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) und anderer Umweltmanagementsysteme. EMAS steht für transparente Umweltleistung, Ressourceneffizienz und nachhaltige Unternehmensführung. Wir bieten Beratung, Vernetzung und Schulungen, um Unternehmen auf dem Weg zu einer umweltbewussten Zukunft zu begleiten
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